<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"><channel><title><![CDATA[Tatjana Boczy]]></title><description><![CDATA[Sociologist by day - post-doc by night.]]></description><link>https://tatjana.boczy.at/</link><image><url>https://tatjana.boczy.at/favicon.png</url><title>Tatjana Boczy</title><link>https://tatjana.boczy.at/</link></image><generator>Ghost 5.52</generator><lastBuildDate>Mon, 06 Apr 2026 23:07:57 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://tatjana.boczy.at/journal/rss/" rel="self" type="application/rss+xml"/><ttl>60</ttl><item><title><![CDATA[Polemik eines Weltherzens]]></title><description><![CDATA[<figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/03/Werner_projection_SW-300x300-2-1.jpg" class="kg-image" alt loading="lazy" width="300" height="300"></figure><p>Dies wird keine differenzierte Abhandlung &#xFC;ber (rechtliche) Auswirkungen, ausgewogene Pr&#xE4;sentation der Ansichten oder politischen Lage, &#x201E;Sachzw&#xE4;nge&#x201C; und Alternativenabw&#xE4;gung. Ich m&#xF6;chte aus diesem Text keine soziologische Abhandlung machen, es ist einfach Meinung, Betroffenheit und mein Weltherz, welches aus diesen Zeilen</p>]]></description><link>https://tatjana.boczy.at/polemik-eines-weltherzens/</link><guid isPermaLink="false">602980f41aa9bb04530b5527</guid><category><![CDATA[Archive]]></category><dc:creator><![CDATA[Tatjana Boczy]]></dc:creator><pubDate>Fri, 15 Apr 2016 22:00:00 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/03/Werner_projection_SW-300x300-2-1.jpg" class="kg-image" alt loading="lazy" width="300" height="300"></figure><p>Dies wird keine differenzierte Abhandlung &#xFC;ber (rechtliche) Auswirkungen, ausgewogene Pr&#xE4;sentation der Ansichten oder politischen Lage, &#x201E;Sachzw&#xE4;nge&#x201C; und Alternativenabw&#xE4;gung. Ich m&#xF6;chte aus diesem Text keine soziologische Abhandlung machen, es ist einfach Meinung, Betroffenheit und mein Weltherz, welches aus diesen Zeilen spricht.</p><p><strong>Wissen wir noch, wie es vor 8 Jahren war?</strong> Als eine Finanzkrise die gr&#xF6;&#xDF;ten Wirtschaftsnationen insbesondere, aber - aufgrund komplexer globaler Verflechtungen &#x2013; auf die eine oder andere Weise jedes Land, jeden Wirtschaftssektor und jedes Individuum betraf? Manche haben damals auf die Konstruktion, die abstrakte Sph&#xE4;re, in der sich der globale Finanzmarkt in den vorangegangenen Jahren eine Blase gebastelt hat hingewiesen, die notwendigerweise irgendwann platzen musste. 2008 war es dann soweit und die Konsequenzen waren f&#xFC;r manche unmittelbar, f&#xFC;r manche indirekt zu sp&#xFC;ren. Betriebe gingen Pleite, Menschen verloren ihren Arbeitsplatz und es wurden mit Verweis auf Zwang zur Wirtschaftlichkeit oder DIE Krise strukturelle Umgestaltungen durchgesetzt. In gro&#xDF;en Unternehmen, kleinen Betrieben wie auch auf staatlicher Ebene waren dies die geforderten (und somit gef&#xF6;rderten) Maximen. Zwar regte sich hie und da Widerstand, aber wo setzte sich das schon durch? In Retrospektive konnten die meisten Einforderungen gegen diese Linie ihre - teilweise hoch gesteckten &#x2013; Ziele nicht erreichen.</p><p>Damals war alles Wirtschaft, nichts kam daran vorbei oder war dem &#xFC;bergeordnet; das Nationalrecht nicht, die sozialen Bedingungen nicht, die Gesellschaft und die Menschen nicht.</p><p><strong>Wissen wir, wie es heute ist?</strong> Menschen fliehen heute. Aus verschiedensten Gr&#xFC;nden suchen sie ein sicheres Land in dem sie leben k&#xF6;nnen. Vom Nahen Osten aus Syrien (Umwege aus Jordanien, Libanon, T&#xFC;rkei), Afghanistan und dem Irak versuchen im Moment Menschen in sichere L&#xE4;nder zu kommen. Weil sie dort etwas erwarten, was sie sich in L&#xE4;ndern aus denen sich fliehen, nicht mehr vorstellen k&#xF6;nnen: Ein gutes Leben. Sei es ob sie Sozialleistungen, eine Arbeitsstelle oder Ausbildung (f&#xFC;r ihre Kinder) wollen. Unter den Fl&#xFC;chtenden sind solche die zur Gemeinschaft beitragen wollen und solche die es nicht wollen, wie in jeder Gemeinschaft eben. Schmarotzertum kennt nun mal keine kulturellen Grenzen. Aber leben wollen sie, daf&#xFC;r riskieren sie sogar den Tod, selbst den ihrer Kinder.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/15-2.jpg" class="kg-image" alt="15" loading="lazy" width="585" height="390"><figcaption><a href="http://www.underwatersculpture.com/sculptures/overview/?ref=tatjana.boczy.at">Jaison deCaires Taylor </a>Unterwasser Museum: <em>The Raft of Lampedusa</em>, Lanzarote, Spanien.</figcaption></figure><p>Flucht ist dominantes Thema in den Medien und auf dem Stammtisch &#x2013; alles Politik. Es ist DIE Krise heute. Aus europ&#xE4;ischer Sicht ist es die Krise Europas: Polen, Ungarn, Frankreich, D&#xE4;nemark, Gro&#xDF;britannien &#x2013; sie alle tun sich mit unterschiedlich fragw&#xFC;rdigen rechtlichen Bestimmungen hervor. Etwas weiter betrachtet betrifft es sehr viel massiver den Nahen Osten, Nordafrika und Teile Asiens, aber auch die Amerikas k&#xF6;nnen sich nicht ganz diesem Weltgeschehen entziehen &#x2013; wenn auch in anderer Form davon betroffen. Verwoben in alle Bereiche des &#xF6;ffentlichen Lebens und diskutiert in verschiedensten Formaten ist das Thema dieser Krise auch im Hintergrund des derzeitigen Aufregers, dass der t&#xFC;rkische Staatschef derzeit Klage gegen Satire in Deutschland einreichen will<a>[1]</a>. Diese Fluchtbewegung betrifft weiters auch nicht nur die unmittelbaren Nachbarl&#xE4;nder, Deutschland oder die Europ&#xE4;ische Union. Das Thema Flucht ist global verwoben in Politik, Gesellschaft, Staaten und alles dazwischen. Die L&#xE4;nder in sich und untereinander sind gesamtgesellschaftlich mit diesem Thema besch&#xE4;ftigt, auch in einem noch so kleines Land wie &#xD6;sterreich ist das der Fall.</p><figure class="kg-card kg-image-card kg-card-hascaption"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/Brenner-Autobahn_mit_der_Europabr-cke_bei_Patsch.jpg" class="kg-image" alt="Brenner-Autobahn_mit_der_Europabr&#xFC;cke_bei_Patsch" loading="lazy" width="944" height="1259" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/Brenner-Autobahn_mit_der_Europabr-cke_bei_Patsch.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/Brenner-Autobahn_mit_der_Europabr-cke_bei_Patsch.jpg 944w" sizes="(min-width: 720px) 720px"><figcaption>Brennerpass, Ralf Pfeifer [15.04.2016]</figcaption></figure><p>Was in &#xD6;sterreich politisch gerade diskutiert wird geht mir nicht nahe, weil es &#x201E;mein Land&#x201C; ist. Es geht mir nahe, weil es verst&#xF6;rend f&#xFC;r mein Weltherz ist. Von der leitenden Rolle in der sich &#xD6;sterreich beim Schlie&#xDF;en der Balkanroute im Februar 2016 hervortun wollte bis hin zur aktuell weiter vorangetriebenen Schlie&#xDF;ung oder &#x201E;Ma&#xDF;nahmen&#x201C;<a>[2]</a> &#xF6;sterreichischer Grenzen<a>[3]</a>. Zur Debatte steht aber noch mehr als der Umgang mit einer Grenze zu einem Nachbarland, das ebenfalls in der EU ist: Eine Asylnovelle<a>[4]</a> sieht &quot;Sonderbestimmung zur Aufrechterhaltung der &#xF6;ffentlichen Ordnung und inneren Sicherheit&quot; vor. Neben einer starken Beschr&#xE4;nkung der Zahl neuer Asylantr&#xE4;ge sieht es vor <em>&#x201E;[a]uf deren [i.e. Sonderbestimmung] Grundlage soll es, wie berichtet, Regierung und Nationalrats-Hauptausschuss unter Hinweis auf Gefahren f&#xFC;r das Funktionieren des Asylwesens und anderer staatlicher Systeme in &#xD6;sterreich m&#xF6;glich sein, eine Verordnung zu beschlie&#xDF;en.&#x201C;</em><a>[5]</a>. Innenpolitisch, selbst Regierungs-intern ist die &#x201E;Notfallsverordnung&#x201C; hei&#xDF; diskutiert. Doch damit nicht genug, im Kontext dieses gesetzlichen Vorsto&#xDF;es formieren sich B&#xFC;rgerwehren in &#xD6;sterreich, Privatwaffen werden vermehrt gekauft und ein Gef&#xFC;hl der Unsicherheit verbreitet sich. Dazu und zur Asylnovelle im Gespr&#xE4;ch mit dem neuem, &#xF6;sterreichischen Verteidigungsminister Doskozil:</p><blockquote><em>&#x201E;Die Regierung &#xFC;bernimmt Verantwortung f&#xFC;r dieses Land. [&#x2026;] Deshalb f&#xFC;hren wir verst&#xE4;rkt Einreisekontrollen entlang der Migrationsrouten ein, wollen das Asylrecht novellieren, und zwar auf Basis der Empfehlungen von zwei Rechtsgutachten. Diese Ma&#xDF;nahmen sind notwendig, weil es keine europ&#xE4;ische L&#xF6;sung gibt und der Schutz der EU-Au&#xDF;engrenze und die Verteilung in Europa nach wie vor nicht funktionieren.&#x201C;</em> &#xA0;Und weiter: <em>&#x201E;[&#x2026;] Wenn hunderttausende Fl&#xFC;chtlinge nach &#xD6;sterreich kommen und wir diese Menschen nicht integrieren k&#xF6;nnen, wir f&#xFC;r diese Menschen keine Jobs und keine Wohnungen haben, dann schaffen wir bewusst Armut und Elend. Das w&#xE4;re ein Strache<a>[6]</a>-F&#xF6;rderungsprogramm. Dann kann man ihm jetzt schon den Schl&#xFC;ssel f&#xFC;r das Kanzleramt in die Hand dr&#xFC;cken. Es geht darum, der Realit&#xE4;t ins Auge zu blicken und verantwortungsvoll zu handeln. Als Sozialdemokrat und Humanist will ich, dass unsere staatlichen Systeme, dazu z&#xE4;hlen auch die Sozialsysteme, funktionieren und dass alle, die ein Anrecht auf Asyl haben, auch integrierbar sind und von der Gesellschaft aufgenommen werden k&#xF6;nnen.&#x201C;</em><a>[7]</a></blockquote><p>Noch ist &#xFC;ber diese Gesetzesnovelle nicht entschieden, und sie wird heftig kritisiert. Doch das Signal ist jetzt schon in die Debatte um Flucht eingedrungen, ob es zur Umsetzung der Novelle kommt oder nicht. Es wird dar&#xFC;ber gesprochen, dass Gefl&#xFC;chtete mit Sicherheitsproblemen zu tun haben, dass sie ein Sicherheitsproblem <em>sind</em>, mit dem der (starke) Staat umgehen muss. Mag dies in einigen Kreisen der Gesellschaft schon als erwiesen gelten, ist es nun von Regierungsmitgliedern best&#xE4;tigt und &#xF6;ffentlich getragen. Die neu vorgeschlagene Regelung wird auf eine Art dargestellt, die Sachzwang vermittelt, dem man sich nun mal f&#xFC;gen m&#xFC;sse; &#xE4;hnlich dem Wirtschaftlichkeitsprimat w&#xE4;hrend und nach der Finanzkrise 2008.</p><p>Aber gibt es denn zur Ausweitung einer Sicherheit-vermittelnden Exekutive wirklich keine Alternative? Was passiert, wenn zwar ein Notstands-Paragraph nicht eingef&#xFC;hrt wird &#x2013; ich w&#xE4;re fassungslos, wenn dem so w&#xE4;re - man damit aber die T&#xFC;r f&#xFC;r weitere Diskussion um &#x201E;Notma&#xDF;nahmen&#x201C; &#xF6;ffnet? Muss man nicht &#xFC;ber die Konsequenzen einer solchen Debatten- und Rechts&#xF6;ffnung nachdenken? Oder besser: Zur&#xFC;ckdenken?</p><p><strong>Wissen wir, wie es damals war? </strong>Ja, ja, jetzt kommt der Vergleich mit der NS-Zeit. Weil er erschreckend gut passt, muss es nicht einmal lange ausgef&#xFC;hrt sein, denn Verordnungen sind DAS Kennzeichen der ehemaligen faschistischen Regierungen Europas. Mit diesen Mitteln konnte Schritt f&#xFC;r Schritt nicht nur Kritik, sondern der Rechtsstaat und das sichere Zusammenleben (dass es urspr&#xFC;nglich galt zu sch&#xFC;tzen) ausgehebelt werden. &#xA0;Die Asylnovelle ist nicht ganz aus dem selben Holz wie pers&#xF6;nliche Verordnungen durch ein Staatsoberhaupt (ein weiteres zentrales Merkmal faschistischer Regierungen) geschnitzt, aber sie ist zumindest dem Prinzip der absoluten Notwendigkeit &#xE4;hnlich. Dieser Notwendigkeit zu handeln, einer h&#xF6;heren Macht der Dinge oder Sachlage zugesprochen, <em>zwinge</em> eine Regierung zu scharfen Ma&#xDF;nahmen - zum Schutz oder Wohle der eigenen Gesellschaft. Diese Sprache und diese Schl&#xFC;sse sind, manifest und latent, in der Sonderbestimmung der Asylnovelle, sowie in der Debatte um fl&#xFC;chtende Menschen in &#xD6;sterreich heute zu finden. Menschen aus der Regierung, Politik, Medien, &#xF6;ffentlichem Leben und Stammtisch geben mit Verweis auf diesen &#x201E;Zwang&#x201C; scheinbar Verantwortung f&#xFC;r ihr Handeln an eben diesen ab. Die Alternativlosigkeit wird angerufen, um St&#xF6;rungen des ausgew&#xE4;hlten Vorgehens zu unterdr&#xFC;cken. Solche St&#xF6;rungen sind schon das blo&#xDF;e Kritisieren dieses Vorgehens und das Anprangern dieses scheinbaren &quot;Zwangs&quot;.</p><p>Diesen Schl&#xFC;ssen einer Alternativlosigkeit, diesem &#x201E;Zwang&#x201C; stelle ich mich entschieden entgegen ohne einen Gegenvorschlag hier vorweisen zu k&#xF6;nnen. Mir gen&#xFC;gt meine Stimme dagegen zu erheben, damit der Verweis auf diese Alternativlosigkeit nicht allumfassend akzeptiert wird. &#xA0;Wir m&#xFC;ssen keine &#x201E;Grenzma&#xDF;nahmen&#x201C; versch&#xE4;rfen. Wir m&#xFC;ssen keine &#x201E;Sonderbestimmungen&#x201C; einf&#xFC;hren. Wir m&#xFC;ssen Menschen nicht noch sch&#xE4;rfer aufteilen. Wir m&#xFC;ssen keine Angst um unsere Sicherheit haben, weil Menschen in unser Land fl&#xFC;chten. (Gefl&#xFC;chtete) Muslime sind muslimisch-gl&#xE4;ubige Menschen.</p><p>Terroristen jeglicher Ideologie sind Terroristen.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/Download-1.png" class="kg-image" alt="Download" loading="lazy" width="1024" height="768" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/Download-1.png 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/Download-1.png 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/Download-1.png 1024w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><blockquote><em>Ich f&#xFC;rchte mich nicht vor der R&#xFC;ckkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern vor der R&#xFC;ckkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.</em> (Theodor Adorno)</blockquote><p><a>[1]</a> Um nur einen der zahlreichen Berichte dazu anzuf&#xFC;hren: NZZ online (12.04.2016): <em>Nach Schm&#xE4;hgedicht gegen Erdogan. Jan B&#xF6;hmermann steht unter Polizeischutz.</em> <a href="http://www.nzz.ch/international/deutschland-und-oesterreich/ankaras-forderung-nach-strafverfolgung-merkel-betont-die-freiheit-der-kunst-ld.13305?ref=tatjana.boczy.at">http://www.nzz.ch/international/deutschland-und-oesterreich/ankaras-forderung-nach-strafverfolgung-merkel-betont-die-freiheit-der-kunst-ld.13305</a> [15.04.2016]</p><p><a>[2]</a> &#xD6;sterreichischer Bundespr&#xE4;sident Heinz Fischer dazu: &#x201E;Angesichts des Mangels eines &quot;effizienten Schutzes der europ&#xE4;ischen Au&#xDF;engrenzen&quot; sei &#xD6;sterreich aber gezwungen, zus&#xE4;tzliche Ma&#xDF;nahmen zu ergreifen, um die Einreise einer unbegrenzten Zahl von Personen aus nicht-europ&#xE4;ischen L&#xE4;ndern zu verhindern, deren Identit&#xE4;t unbekannt sei. Verd&#xE4;chtige, die illegal oder ohne die notwendigen Dokumente ins Land einreisen wollen, k&#xF6;nnten damit identifiziert werden. Der freie Personen- und Warenverkehr bleibe aber garantiert.&#x201C; Der Standard online (15.04.2016): <em>EU-Kommissar plant offiziellen Brief an &#xD6;sterreich in Sachen Brenner. </em><a href="http://derstandard.at/2000034934830/EU-Kommissar-plant-offiziellen-Brief-an-Oesterreich-in-Sachen-Brenner?ref=tatjana.boczy.at">http://derstandard.at/2000034934830/EU-Kommissar-plant-offiziellen-Brief-an-Oesterreich-in-Sachen-Brenner</a> [15.04.2016]</p><p><a>[3]</a> Zeit Online (13.04.2016): <em>&quot;Europa wird am Brenner begraben&quot;</em> <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-04/brenner-zaun-oesterreich-italien?ref=tatjana.boczy.at">http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-04/brenner-zaun-oesterreich-italien</a> [15.04.2016].</p><p><a>[4]</a> Eine klare Zusammenfassung der vorgesehenen &#xC4;nderung insbesondere im Verfahren der Ab&#xE4;nderung zur Sonderbestimmung: Der Standard online (13.04.2016) Asylnovelle: Gro&#xDF;e Bef&#xFC;rchtungen, harte Einschnitte. <a href="http://derstandard.at/2000034729591/Asylnovelle-Grosse-Befuerchtungen-harte-Einschnitte?ref=rec">http://derstandard.at/2000034729591/Asylnovelle-Grosse-Befuerchtungen-harte-Einschnitte?ref=rec</a> [15.04.2016].</p><p><a>[5]</a> Der Standard online (14.04.2016): <em>Asylnovelle weiter versch&#xE4;rft: L&#xE4;ngere Haft vor R&#xFC;ckschiebung</em>. <a href="http://derstandard.at/2000034886266/Asylnovelle-weiter-verschaerft-Vor-Rueckschiebung-laengere-Haft?ref=tatjana.boczy.at">http://derstandard.at/2000034886266/Asylnovelle-weiter-verschaerft-Vor-Rueckschiebung-laengere-Haft</a> [15.04.2016].</p><p><a>[6]</a> Parteiobmann der rechts-au&#xDF;en Partei FP&#xD6; in &#xD6;sterreich.</p><p><a>[7]</a> Der Standard online (14.04.2016): <em>Asylnovelle: Doskozil weist SP-interne Kritiker scharf zurecht. </em><a href="http://derstandard.at/2000034864294/Asyl-Doskozil-weist-SP-interne-Kritiker-scharf-zurecht?ref=tatjana.boczy.at">http://derstandard.at/2000034864294/Asyl-Doskozil-weist-SP-interne-Kritiker-scharf-zurecht</a> [15.04.2016]</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Politikum Schweiz - Ein Basler Schauplatz]]></title><description><![CDATA[<p>In der Schweiz wird abgestimmt. Oft. Direkte Demokratie ist hier das <em>Ja</em> oder <em>Nein</em> zu verschiedensten Themen, die mittels Initiativen eingebracht werden k&#xF6;nnen - auf Bundes-, Kanton- oder Gemeindeebene. &#xDC;brigens braucht es f&#xFC;r so eine Volksinitiative auf Bundesebene (oder Eidgenossenschaft) gerade mal 100.000 Unterschriften,</p>]]></description><link>https://tatjana.boczy.at/politikum-schweiz-ein-basler-schauplatz/</link><guid isPermaLink="false">6029824a1aa9bb04530b554f</guid><category><![CDATA[Archive]]></category><dc:creator><![CDATA[Tatjana Boczy]]></dc:creator><pubDate>Wed, 09 Mar 2016 23:00:00 GMT</pubDate><media:content url="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/03/IMG_20160312_154003.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/03/IMG_20160312_154003.jpg" alt="Politikum Schweiz - Ein Basler Schauplatz"><p>In der Schweiz wird abgestimmt. Oft. Direkte Demokratie ist hier das <em>Ja</em> oder <em>Nein</em> zu verschiedensten Themen, die mittels Initiativen eingebracht werden k&#xF6;nnen - auf Bundes-, Kanton- oder Gemeindeebene. &#xDC;brigens braucht es f&#xFC;r so eine Volksinitiative auf Bundesebene (oder Eidgenossenschaft) gerade mal 100.000 Unterschriften, damit dar&#xFC;ber abgestimmt werden muss. Das waren 2015 rund 1,9 % der Stimmberechtigten Schweizer_innen<a><sup>1</sup></a>.</p><p>So kam es auch am 28.02.2016 zu einer der wohlbekannten Schweizer Abstimmungen. &#xDC;ber unterschiedlichste Themen wurde auf Bundesebene abgestimmt. Es waren Initiativen</p><p>a) zur Abschaffung der Heiratsstrafe. Einer Steuerlast f&#xFC;r Verheiratete, die abgeschafft werden sollte, deren Wortlaut allerdings Ehe als &#x201C;zwischen Mann und Frau&#x201D; definiert hat.</p><p>b) Bau einer 2. R&#xF6;hre am Gottharditunnel. Ein umstrittenes Gro&#xDF;projekt, da mehr Individualverkehr und hohe Kosten erwartet werden.</p><p>c) Initiative gegen Nahrungsmittelspekulationen. Ein Verbot f&#xFC;r den Handel mit Lebensmitteln an der B&#xF6;rse.</p><p>d) Durchsetzungsinitiative. Eine Versch&#xE4;rfung der Ausschaffungsinitiative 2014, die vorsieht straff&#xE4;llig gewordene Nicht-Schweizer_innen umgehend des Landes zu verweisen.<a><sup>2</sup></a></p><p>Letztere wurde nicht nur innerhalb der Schweiz hitzig diskutiert. Das Vorhaben zur Ausweisung straff&#xE4;llig gewordenener Nicht-Schweizer_innen mittels der &#x201E;Ausschaffungsinitiative&#x201C; ist 2010 angenommen worden. Allerdings erst 2015 in gesetzesform vorbereitet. Es soll nun im Herbst 2016 umgesetzt werden<a><sup>3</sup></a>. Der bisherige Umsetzungsvorschlag ging jedoch f&#xFC;r das politische Rechts-Au&#xDF;en der Schweiz nicht weit genug. Die von der SVP initiierte &#x201E;Durchsetzungsinitiative&#x201C; sah vor, dass auch r&#xFC;ckwirkend, selbst bei kleineren Delikten automatisch &#x2013; ohne richterliche Anh&#xF6;rung oder Rechtsspruch &#x2013; Personen aus der Schweiz gebracht werden. Die Formulierung der Initiative war heftig umstritten, zumal sie auch zulie&#xDF; dass &#x201E;Seconodis&#x201C;, das sind Personen aus 2. Generation einer Migrationsfamilie, also Menschen, die bereits in der Schweiz geboren sind, auf diese Weise des Landes verwiesen werden k&#xF6;nnen.</p><p>Die Ergebnisse vom Sonntag sind bekannt: Durchsetzung klares Nein, Heiratsstrafe knappes Nein, Gotthardi-R&#xF6;hre (&#xFC;berraschend) eindeutiges Ja, Lebensmittelspekulation eindeutiges Nein (also darf weiter an der B&#xF6;rse gehandelt werden)<a><sup>4</sup></a>.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160220_100051.jpg" class="kg-image" alt="Politikum Schweiz - Ein Basler Schauplatz" loading="lazy" width="2000" height="1500" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160220_100051.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160220_100051.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160220_100051.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w2400/2021/02/IMG_20160220_100051.jpg 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><p>Erleichterung schien durch meine Kolleg_innen hier zu gehen. Sie hatten tats&#xE4;chlich damit gerechnet einem <i>Ja</i> zur Durchsetzungsinitiative entgegen zu sehen. Das war schwer nachzuvollziehen. Als nicht-Schweizerin war es f&#xFC;r mich eindeutig, dass so eine Verletzung der Rechtsstaatlichkeit nicht passieren kann. Doch Initiativen dieser Art m&#xFC;ssen sehr genau in ihrem Wortlaut umgesetzt werden, so dass sich bei geringer Wahlbeteiligung und Mobilisierung bestimmter Gruppen radikale Ansichten legitimiert durchsetzten. Dies war der Fall 2010 bei der Ausschaffungsinitiative (Beteiligung 52,9 %)<a><sup>5</sup></a> und 2014 bei der Masseneinwanderungsinitiative (Beteiligung 56,6 %). Letztere sah strengere Regelungen in Bezug auf Arbeitspl&#xE4;tze auch von EU-B&#xFC;rger_innen vor. Daraufhin wurden seitens der EU bilaterale Vertr&#xE4;ge zwischen der Schweiz und Europ&#xE4;ischer Union aufgek&#xFC;ndigt.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/Steinbock.jpg" class="kg-image" alt="Politikum Schweiz - Ein Basler Schauplatz" loading="lazy" width="2000" height="2667" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/Steinbock.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/Steinbock.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/Steinbock.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w2400/2021/02/Steinbock.jpg 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><p>Doch 2016 geschah das nicht. Bei der h&#xF6;chsten Stimmbeteiligung seit der Ablehnung des EWR Vertrages 1992 lehnten die Schweizer_innen eine Versch&#xE4;rfung der Ausschaffungen ab (Beteiligung 63,1 %)<a><sup>6</sup></a>. Die Zeitungen berichteten von einer Mobilisierung der Zivilgesellschaft und einem politischem Erwachen besonders junger Stimmberechtigter, die in sozialen Medien hei&#xDF; &#xFC;ber die Initiative diskutieren und zum Wahlgang aufriefen.</p><p>Und dann kam der Donnerstag danach in Basel. Seit Sonntag, 07.02.2016 sind in der Matth&#xE4;us Kirche der Stadt Asylwerbende untergekommen<a><sup>7</sup></a>. Sie protestieren damit gegen die aktuelle schweizerische wie europ&#xE4;ische Asylpolitik des Dublin-Verfahrens. Einige dieser Personen haben einen negativen Asylbescheid erhalten. Unterst&#xFC;tzt von lokalen Aktivist_innen veranstalteten sie gemeinsame Essen, Diskussions- und Filmabende. Ihr Programmheft in meinen H&#xE4;nden weist auf Veranstaltungen zwischen 21.02. und 05.03. hin.</p><p>Am Donnerstagmorgen wurden bei einer Personenkontrolle 8 Personen in und vor der Matth&#xE4;us Kirche verhaftet, weil sie keine g&#xFC;ltigen Aufenthaltspapiere vorweisen konnten. Die Reaktion in Form einer spontanen (also nicht gemeldeten Demonstration) kam noch am selben Abend. Ein Demonstrationszug ging durch die Stadt, skandierend, <a href="https://tatjana.boczy.at/wp/?p=250">trommelnd</a>. Bis zu den Br&#xFC;cken, die Kleinbasel (traditionell der Stadtteil der einfachen Leute) mit Gro&#xDF;basel (Altstadt und traditionell der Stadtteil der Reicheren) verbinden. Dort wurde der Zug von Polizisten empfangen, die Warnungen zur Aufl&#xF6;sung der Demonstration riefen. Ungeh&#xF6;rt oder unbeeindruckt standen die Demonstrierenden dem Aufgebot von etwa 20 Uniformierten gegen&#xFC;ber. Selbst dann noch als Gummigeschosse in die Menschenmenge abgefeuert wurden.</p><figure class="kg-card kg-embed-card kg-card-hascaption"><iframe width="356" height="200" src="https://www.youtube.com/embed/o9DA6nKlTM8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><figcaption>Details und Videoquelle <a href="http://www.tageswoche.ch/de/2016_10/basel/713254/?ref=tatjana.boczy.at">hier.</a></figcaption></figure><p>Im Demonstrationszug wurden auf den Wegen Hausw&#xE4;nde besprayt und Plakate geklebt. Solche Zeugen aktiver, linker Meinungs&#xE4;u&#xDF;erung fand ich auch davor schon bei meinen Rundg&#xE4;ngen in Basel.</p><p>Was passiert hier in der Zivilgesellschaft? Basel-Stadt gilt als linkes Pflaster, erz&#xE4;hlt man mir. So wundert es kaum, dass man in den Stra&#xDF;en immer wieder Anzeichen einer linken Kultur findet. Aber ist Basel wirklich ein besonders Feld oder ist es vielmehr das Thema und die aktuelle Lage an sich, die die Gem&#xFC;ter hoch kochen l&#xE4;sst?</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160220_095908.jpg" class="kg-image" alt="Politikum Schweiz - Ein Basler Schauplatz" loading="lazy" width="2000" height="2667" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160220_095908.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160220_095908.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160220_095908.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w2400/2021/02/IMG_20160220_095908.jpg 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><p>Wird uns auf einmal klar vor Augen gef&#xFC;hrt, dass wir alle Politik sind? Nicht nur die Stimmen, die wir an Wahltagen abgeben, sondern jedes Mal wenn wir einer bestimmten Ordnung der Dinge gehorchen oder aber genau diese Ordnung der Dinge hinterfragen, wenn wir uns aus moralischen Gr&#xFC;nden dazu aufgefordert f&#xFC;hlen stehen zu bleiben und nicht zu weichen.</p><hr><p><a>1</a> Statistik Schweiz <a href="http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/17/02/blank/key/national_rat/wahlbeteiligung.html?ref=tatjana.boczy.at">online</a> &#xA0;[Stand 28.02.2016].</p><p><a>2</a> N&#xE4;here Infos zu den Wortlauten der Initiativen: Schweizer Bundesrat <a href="https://www.admin.ch/gov/de/start/dokumentation/abstimmungen/20160228.html?ref=tatjana.boczy.at">online</a> &#xA0;[Stand 04.03.2016].</p><p><a>3</a> <i>Neue Z&#xFC;richer Zeitung</i> (04.03.2016). <i>Umsetzungsgesetz gilt ab Herbst.</i> <a href="http://bazonline.ch/news/standard/ausschaffungsinitiative-wird-ab-1-oktober-umgesetzt/story/28438270?ref=tatjana.boczy.at">Online</a>. [Stand 05.03.2016].</p><p><a>4</a> Schweizerische Bundeskanzlei <a href="https://www.admin.ch/ch/d/pore/va/20160228/index.html?ref=tatjana.boczy.at">online</a> [Stand 04.03.2016].</p><p><a>5</a> 2010 wurde bereits &#xFC;ber dieses Anliegen abgestimmt, allerdings beschloss das Bundesgericht nach der positiven Abstimmung, dass die Verfassungsbestimmung der Initiative nicht umgesetzt werden kann und vom Parlament konkretisiert werden m&#xFC;sse. In Folge kam es erst zu 2015 zu einer Anpassung des Strafgesetzbuches und des Milit&#xE4;rgesetzes vor Ablauf des Referendum am 09.07.2015.</p><p><a>6</a> Statistik Schweiz <a href="https://www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis_2_2_5_1.html?ref=tatjana.boczy.at">online </a>[Stand 04.03.2016]. Beteiligungsangaben aus den jeweiligen Volksinitiativen entnommen.</p><p><a>7</a> Seit 09.03.2015 ist auch die reformierte Kirche in Lausanne von abgewiesenen Asylwerbenden besetzt. Seit &#xFC;ber einem Jahr kommen die Gefl&#xFC;chteten dort <a href="https://www.kath.ch/newsd/lausanner-kirchenbesetzung-asylbewerber-erhalten-aufschub/?ref=tatjana.boczy.at">online</a> [Stand 04.03.2016].</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wenn die Trommeln und Flöten locken ...]]></title><description><![CDATA[<p>Verf&#xFC;hrerisch - So dr&#xF6;hnen die Kl&#xE4;nge der Fl&#xF6;ten. &#xA0;Auffordernd - So marschieren die Trommeln. Die Fasnachts-Tage in Basel erf&#xFC;llen die Altstadt nicht mit einem altbekannten Faschingsgelage. Nein, diese Tradition pr&#xE4;sentiert sich anders:</p><figure class="kg-card kg-embed-card kg-card-hascaption"><iframe width="267" height="200" src="https://www.youtube.com/embed/mYx7Y-0JPn8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><figcaption>Morgenstraich</figcaption></figure><p><strong>Die &quot;drey scheenschten</strong></p>]]></description><link>https://tatjana.boczy.at/trommel-und-floeten/</link><guid isPermaLink="false">601e80c33af75703f679ab24</guid><category><![CDATA[Archive]]></category><dc:creator><![CDATA[Tatjana Boczy]]></dc:creator><pubDate>Sun, 28 Feb 2016 11:46:00 GMT</pubDate><media:content url="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160216_115450.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160216_115450.jpg" alt="Wenn die Trommeln und Fl&#xF6;ten locken ..."><p>Verf&#xFC;hrerisch - So dr&#xF6;hnen die Kl&#xE4;nge der Fl&#xF6;ten. &#xA0;Auffordernd - So marschieren die Trommeln. Die Fasnachts-Tage in Basel erf&#xFC;llen die Altstadt nicht mit einem altbekannten Faschingsgelage. Nein, diese Tradition pr&#xE4;sentiert sich anders:</p><figure class="kg-card kg-embed-card kg-card-hascaption"><iframe width="267" height="200" src="https://www.youtube.com/embed/mYx7Y-0JPn8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe><figcaption>Morgenstraich</figcaption></figure><p><strong>Die &quot;drey scheenschten D&#xE4;&#xE4;g&quot;</strong></p><p>Die Tradition der Fasnacht (ohne erstes &quot;t&quot;!) h&#xE4;lt sich im vorrangig evanglischen Basel angeblich schon seit dem 18. Jahrhundert und ist etwas ganz Besonderes. Drei Tage lang wird die Innenstadt den Waggis, Trommeln, Fl&#xF6;ten, Schnitzelb&#xE4;ngg und Guggenmusik frei gegeben. Die Stadt ist im Fasnachtsfieber. &#xDC;berall sind die Auslagen (auch eine Woche danach noch) mit Bildern, Masken und Bez&#xFC;gen zur Fasnacht geschm&#xFC;ckt.</p><p>Es ist eine entspannte Atmosph&#xE4;re in der Stadt. In dieser Zeit nimmt niemand wirklich Ansto&#xDF; an den zum Teil gef&#xE4;hrlichen Aktionen der W&#xE4;gen und Cliquen. So hat hier eine Gruppe auf dem Weg in die Altstadt einfach den Verkehr behindert, ohne dass es gro&#xDF;es Aufsehen erregt h&#xE4;tte.</p><figure class="kg-card kg-embed-card"><iframe width="267" height="200" src="https://www.youtube.com/embed/PoURXnvlwWU?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></figure><p>Die Waggis-Masken sind das hier eigene Kost&#xFC;m und man sieht sie in den verschiedensten Variationen auch an den J&#xFC;ngsten. Traditionell ist allerdings wei&#xDF;e Hose, blaues Hemd, rote Haare und riesige Nase.</p><figure class="kg-card kg-gallery-card kg-width-wide"><div class="kg-gallery-container"><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160216_112108.jpg" width="1757" height="1581" loading="lazy" alt="Wenn die Trommeln und Fl&#xF6;ten locken ..." srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160216_112108.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160216_112108.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160216_112108.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160216_112108.jpg 1757w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160217_142359.jpg" width="1999" height="635" loading="lazy" alt="Wenn die Trommeln und Fl&#xF6;ten locken ..." srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160217_142359.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160217_142359.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160217_142359.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160217_142359.jpg 1999w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div></div></div></figure><figure class="kg-card kg-embed-card"><iframe width="267" height="200" src="https://www.youtube.com/embed/Cbxqc8xSxOA?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></figure><p>Die Kinder sehen in so einer Aufmachen am besten aus. Am Dienstag Nachmittag gibt es sogar Waggis-Schulen, bei der man zum ersten Mal in so eine Verkleidung schl&#xFC;pfen darf.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160217_142827.jpg" class="kg-image" alt="Wenn die Trommeln und Fl&#xF6;ten locken ..." loading="lazy" width="2000" height="1353" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160217_142827.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160217_142827.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160217_142827.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160217_142827.jpg 2186w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><p>Um die Allerkleinsten allerdings sorgen die Verantwortlichen sich &#xFC;beraus erfinderisch und niedlich.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160217_142923.jpg" class="kg-image" alt="Wenn die Trommeln und Fl&#xF6;ten locken ..." loading="lazy" width="1886" height="1329" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160217_142923.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160217_142923.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160217_142923.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160217_142923.jpg 1886w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><p>Einer meiner Lieblingsw&#xE4;gen waren die &quot;Bella Morta&quot;, die sich einem Totenkult mit wundersch&#xF6;nen Masken und reichlich verziertem Wagen verschrieben hatten.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160217_142511.jpg" class="kg-image" alt="Wenn die Trommeln und Fl&#xF6;ten locken ..." loading="lazy" width="2000" height="565" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160217_142511.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160217_142511.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160217_142511.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w2400/2021/02/IMG_20160217_142511.jpg 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><p>Tats&#xE4;chlich gibt es hier wirklich nur einf&#xE4;rbige &quot;R&#xE4;ppli&quot; (Konfetti).</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160217_142945.jpg" class="kg-image" alt="Wenn die Trommeln und Fl&#xF6;ten locken ..." loading="lazy" width="2000" height="1513" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160217_142945.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160217_142945.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160217_142945.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160217_142945.jpg 2114w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><p>Die dann aber trotz Verp&#xF6;ntheit das zu tun, aufgesammelt werden, um sich ein paar Franken zu sparen.</p><p>Von den W&#xE4;gen werden immer wieder S&#xFC;&#xDF;igkeiten, Obst oder auch Kartoffeln geschmissen - tr&#xE4;gt man allerdings keine Plakette und will so etwas absahnen, wird man mit einer Ladung R&#xE4;ppli belohnt, die dann wohl auch schnell in entlegenste Winkel der Kleidung gelangen.</p><p>Kulinarisch konnte ich ein paar Eigenheiten probieren: Ch&#xE4;s Schnitte (mit wunderbar w&#xFC;rzigem K&#xE4;se), Fastenw&#xE4;he mit K&#xE4;se oder K&#xFC;mmel und &quot;Ueli&quot; (&#xFC;bersetzt: Narr) Bier. Letzteres ist eines der beiden Baseler Stammbiere.</p><p>Das Spektakel der Fasnacht ist omnipr&#xE4;sent. Die Restaurants und Kneipen sind teilweise durchgehend von Montag fr&#xFC;h (ca. 02:00) bis Donnerstag fr&#xFC;h (04:00 = Abendstreich) ge&#xF6;ffnet .</p><p>Doch wer glaubt, dass hier einfach wild gefeiert wird liegt falsch. So gibt es Regeln des &quot;guten Tons&quot;, die beachtet werden sollen. Die beiden Wichtigsten: (1) Nur die in Gruppen organisierten Cliquen d&#xFC;rfen sich verkleiden und auch das sind nicht die &#xFC;blichen 0815-Kost&#xFC;me. (2) Fasnachts&quot;plaggete&quot; tragen - so zeigt man den finanziellen Beitrag zur Fasnacht (und wird nicht mit &quot;R&#xE4;ppli&quot; ausgestopft oder muss bei anderen Sp&#xE4;&#xDF;en herhalten).</p><h3 id="schnitzelb-ngg-und-politischer-beigeschmack"><strong>Schnitzelb&#xE4;ngg und politischer Beigeschmack</strong></h3><p>Leider habe ich es nicht in eine Veranstaltung der Schnitzelb&#xE4;ngg geschafft. Dabei werden Verse zum internationalen und national-regionalen Geschehen von Laien vorgetragen, die einer bestimmten Form folgen: Sie sind im Baseler-Deutsch verfasst; der Wortschatz und die Pointe zum Schluss entscheiden &#xFC;ber die Qualit&#xE4;t des satirischen Gedichtes. Gruppen und Einzelpersonen bereiten diese Ausf&#xFC;hrungen schon das ganze Jahr &#xFC;ber vor. Die allermeisten sind Laien im Metier der Dichtkunst.</p><p>Zu sp&#xE4;t habe ich von der M&#xF6;glichkeit in einem der Cliquenkeller diesen Einlagen zu lauschen erfahren. Denn die mindestens 50,- Chf f&#xFC;r die bekannten Vorstellungen von mehreren Vortr&#xE4;gen nacheinander im Theater waren mir zu teuer. Abgesehen davon sind die Karten im Jahr davor schon schwer zu bekommen.</p><p>Eine Kostprobe gef&#xE4;llig? In den Zeitungen wurden nach der Fasnacht ein paar Schnitzelb&#xE4;ngge abgedruckt. Unsere Vermieterin hat ein paar davon aufgeh&#xE4;ngt:</p><figure class="kg-card kg-gallery-card kg-width-wide"><div class="kg-gallery-container"><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160218_125711.jpg" width="1706" height="1926" loading="lazy" alt="Wenn die Trommeln und Fl&#xF6;ten locken ..." srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160218_125711.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160218_125711.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160218_125711.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160218_125711.jpg 1706w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160218_125720.jpg" width="2000" height="803" loading="lazy" alt="Wenn die Trommeln und Fl&#xF6;ten locken ..." srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160218_125720.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160218_125720.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160218_125720.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160218_125720.jpg 2253w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160218_125749.jpg" width="2000" height="1234" loading="lazy" alt="Wenn die Trommeln und Fl&#xF6;ten locken ..." srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160218_125749.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160218_125749.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160218_125749.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160218_125749.jpg 2313w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div></div><div class="kg-gallery-row"><div class="kg-gallery-image"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160218_125811.jpg" width="2000" height="901" loading="lazy" alt="Wenn die Trommeln und Fl&#xF6;ten locken ..." srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160218_125811.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160218_125811.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160218_125811.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160218_125811.jpg 2355w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div><div class="kg-gallery-image"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160218_125820.jpg" width="2000" height="1657" loading="lazy" alt="Wenn die Trommeln und Fl&#xF6;ten locken ..." srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160218_125820.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160218_125820.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160218_125820.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160218_125820.jpg 2097w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></div></div></div></figure><p>Trotz der verpassten Gelegenheit einen Vortrag live zu sehen habe ich die Fasn&#xE4;chte sehr genossen. Verzaubert wie die J&#xFC;ngsten bin ich der Guggenmusik durch die Gassen gefolgt und habe mich in einer besonderen Art auf die Stadt einlassen k&#xF6;nnen, wie das wohl zu keinem anderen Zeitpunkt m&#xF6;glich gewesen w&#xE4;re.</p><p>In den verwinkelsten Gassen noch marschierten kleine wie gro&#xDF;e Truppen den ganzen Tag umher, um ihre Melodien zu spielen. Sogar Solo-Pfeifer habe ich getroffen.</p><figure class="kg-card kg-embed-card"><iframe width="267" height="200" src="https://www.youtube.com/embed/R083V3njw0s?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></figure><p>Diese Wanderschaften haben mir an den &quot;drey scheenschten D&#xE4;&#xE4;g&quot; am meisten Spa&#xDF; gemacht.</p><p>Man wird als Au&#xDF;enstehende das Gef&#xFC;hl nicht los, dass hier etwas mehr als der Fasching im Gange ist. Wie ein Protestzug dr&#xF6;hnt die Musik durch die Gassen - auffordernd und lockend.</p><figure class="kg-card kg-embed-card"><iframe width="267" height="200" src="https://www.youtube.com/embed/5gBfDacgmdE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></figure><hr><p>Einiges mehr &#xFC;ber die Fasnacht in Basel kann man in <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Basler_Fasnacht?ref=tatjana.boczy.at">Wikipedia </a>lesen - der Eintrag ist ausf&#xFC;hrlich und scheint gut betreut zu sein.</p><p>Ein wunderbarer Einstieg in Basel! N&#xE4;chste Woche starten schon die ersten Kurse und ich werde wohl endlich die neue K&#xFC;che beziehen beziehen k&#xF6;nnen. Ich bin gespannt wie ich an der Uni und im Wohnheim zurecht kommen werde.</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ich fasse euch nicht]]></title><description><![CDATA[<p>Heute sch&#xE4;me ich mich f&#xFC;r ein paar meiner Mitmenschen in Europa.</p><p>Wenn man Menschen ver&#xE4;ngstigt, Gewalt applaudiert und versucht Wohnheime anzuz&#xFC;nden sollte man seinen selbst zugeschriebenen Status als &quot;besorgte B&#xFC;rger_in&quot; schleunigst &#xFC;berdenken. <a href="http://derstandard.at/2000031440174/Wuetende-Asylgegner-fingen-Fluechtlingsbus-in-Sachsen-ab?ref=tatjana.boczy.at">(Details)</a></p><figure class="kg-card kg-embed-card"><iframe width="356" height="200" src="https://www.youtube.com/embed/H6oWA66TfqM?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></figure><p>Diese &quot;Angst-&</p>]]></description><link>https://tatjana.boczy.at/ich-fasse-euch-nicht/</link><guid isPermaLink="false">60299d001aa9bb04530b5569</guid><category><![CDATA[Archive]]></category><dc:creator><![CDATA[Tatjana Boczy]]></dc:creator><pubDate>Wed, 24 Feb 2016 23:00:00 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Heute sch&#xE4;me ich mich f&#xFC;r ein paar meiner Mitmenschen in Europa.</p><p>Wenn man Menschen ver&#xE4;ngstigt, Gewalt applaudiert und versucht Wohnheime anzuz&#xFC;nden sollte man seinen selbst zugeschriebenen Status als &quot;besorgte B&#xFC;rger_in&quot; schleunigst &#xFC;berdenken. <a href="http://derstandard.at/2000031440174/Wuetende-Asylgegner-fingen-Fluechtlingsbus-in-Sachsen-ab?ref=tatjana.boczy.at">(Details)</a></p><figure class="kg-card kg-embed-card"><iframe width="356" height="200" src="https://www.youtube.com/embed/H6oWA66TfqM?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></figure><p>Diese &quot;Angst-&quot; oder &quot;Wutb&#xFC;rger_innen&quot; sind nicht Opfer einer &quot;&#xDC;berfremdung&quot;, sie sind T&#xE4;ter_innen gegen&#xFC;ber Schutzsuchenden, von Krieg und Tod fl&#xFC;chtenden Menschen.</p><p>Anstatt sich Gedanken &#xFC;ber Integration und Miteinander zu machen, schmei&#xDF;en sie lieber mit hetzerischen Parolen (und noch Schlimmeren) um sich. So verhinderten in Clausnitz, Deutschland am Donnerstagabend ca. 100 Personen das Vorankommen eines Buses, der Gefl&#xFC;chtete in ein Wohnheim bringen wollte. Das Video zeigt Aufnahmen der Auseinandersetzung zwischen den unangemeldet Demonstrierenden, Businsassen und dem unterbesetzten Polizeieinsatz. Es wird auch immer wieder versucht solche Unterk&#xFC;nfte anzuz&#xFC;nden (teilweise erfolgreich). &#xA0;Dass so die Situation nicht nur nicht besser wird, sondern v&#xF6;llig eskaliert sollte jedem klar sein, der Ursache-Wirkungszusammenh&#xE4;nge versteht.</p><p>Ihr seid nicht das Volk - Ihr seid der Untergang der Menschlichkeit und des Miteinanders!!</p><p>Ich geh dann mal Bertold Brecht lesen und weinen.</p><hr><p>&quot;Zum Bewusstsein kommen hei&#xDF;t: ein Gewissen bekommen, hei&#xDF;t wissen, was gut und b&#xF6;se ist.&quot; <em>Thomas Mann</em></p><blockquote><strong>An die Nachgeborenen</strong> - <em>Bertold Brecht</em><br>Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten! Das arglose Wort ist t&#xF6;richt. Eine glatte Stirn Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende Hat die furchtbare Nachricht Nur noch nicht empfangen.<br>Was sind das f&#xFC;r Zeiten, wo Ein Gespr&#xE4;ch &#xFC;ber B&#xE4;ume fast ein Verbrechen ist Weil es ein Schweigen &#xFC;ber so viele Untaten einschlie&#xDF;t! Der dort ruhig &#xFC;ber die Stra&#xDF;e geht Ist wohl nicht mehr erreichbar f&#xFC;r seine Freunde Die in Not sind?<br>Es ist wahr: Ich verdiene nur noch meinen Unterhalt Aber glaubt mir: das ist nur ein Zufall. Nichts Von dem, was ich tue, berechtigt mich dazu, mich sattzuessen. Zuf&#xE4;llig bin ich verschont. (Wenn mein Gl&#xFC;ck aussetzt, bin ich verloren.)<br>Man sagt mir: Iss und trink du! Sei froh, dass du hast! Aber wie kann ich essen und trinken, wenn Ich dem Hungernden entrei&#xDF;e, was ich esse, und Mein Glas Wasser einem Verdursteten fehlt? Und doch esse und trinke ich.<br>Ich w&#xE4;re gerne auch weise. In den alten B&#xFC;chern steht, was weise ist: Sich aus dem Streit der Welt halten und die kurze Zeit Ohne Furcht verbringen Auch ohne Gewalt auskommen B&#xF6;ses mit Gutem vergelten Seine W&#xFC;nsche nicht erf&#xFC;llen, sondern vergessen Gilt f&#xFC;r weise. Alles das kann ich nicht: Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten! <a href="https://www.youtube.com/watch?v=m2rCM09ougk&amp;ref=tatjana.boczy.at">[...]</a></blockquote><p>Referenzen:</p><p>O.V. (2016): Fl&#xFC;chtlingsbus in Clausnitz: Polizei verteidigt Einsatz. In: Der Standard Online, 20.02.2016. Online unter: <a href="http://derstandard.at/2000031440174/Wuetende-Asylgegner-fingen-Fluechtlingsbus-in-Sachsen-ab?ref=tatjana.boczy.at">http://derstandard.at/2000031440174/Wuetende-Asylgegner-fingen-Fluechtlingsbus-in-Sachsen-ab</a>, [21.02.2016]</p><p>Titelbild zeigt die neu entstehende Installation im Unterwasser Museum vor der spanischen K&#xFC;ste von <a href="http://www.underwatersculpture.com/?ref=tatjana.boczy.at">Jason deCaires Taylor</a>. Er will kein Grab oder Mahnmal damit setzten, sondern an den weltweiten Zusammenhalt - das Menschliche in uns allen - erinnern.<br> [youtube id=&quot;H6oWA66TfqM&quot; align=&quot;center&quot; mode=&quot;normal&quot; autoplay=&quot;no&quot; thumbnail=&quot;<a href="https://www.youtube.com/watch?v=H6oWA66TfqM&amp;ref=tatjana.boczy.at">https://www.youtube.com/watch?v=H6oWA66TfqM</a>&quot; grow=&quot;no&quot;]</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Fasnacht in Basel, Abschiede, die leere Wand und Tolkien]]></title><description><![CDATA[<p>Das letzte nicht-wissenschaftliche Buch, das ich zur Hand genommen habe vor meinem Aufbruch war Der Hobbit von J.R.R. Tolkien. Erst als ich es zu Ende gelesen hatte und meine Einpack&#xFC;berlegungen konkreter wurden, bemerkte ich wie passend die Geschichte Bilbo Beutlins zu meiner derzeitigen Situation war: In</p>]]></description><link>https://tatjana.boczy.at/fasnacht-in-basel-abschiede-die-leere-wand-und-tokien/</link><guid isPermaLink="false">60299e151aa9bb04530b558c</guid><category><![CDATA[Archive]]></category><dc:creator><![CDATA[Tatjana Boczy]]></dc:creator><pubDate>Mon, 15 Feb 2016 23:00:00 GMT</pubDate><content:encoded><![CDATA[<p>Das letzte nicht-wissenschaftliche Buch, das ich zur Hand genommen habe vor meinem Aufbruch war Der Hobbit von J.R.R. Tolkien. Erst als ich es zu Ende gelesen hatte und meine Einpack&#xFC;berlegungen konkreter wurden, bemerkte ich wie passend die Geschichte Bilbo Beutlins zu meiner derzeitigen Situation war: In der Geschichte wird Bilbo als &#xE4;ngstlich, spie&#xDF;ig und geradezu abgeneigt etwas anderes als das Auenland zu erfahren, beschrieben. Gleichzeitig geht er aber das Abenteuer der Reise ins Unbekannte ein, ohne sich davon irgendeinen Vorteil zu versprechen. Er geht einfach so. W&#xE4;hrend der Reise und besonders in gef&#xE4;hrlichen und unbequemen Situationen w&#xFC;nscht Bilbo sich immer wieder zur&#xFC;ck in die gem&#xFC;tliche, sichere und gewohnte Hobbith&#xF6;hle. Diese Gef&#xFC;hle kann ich dem fiktiven Bilbo so sehr nach empfinden.</p><p><strong>Relcutant to go - fired up to do so. </strong>Nur z&#xF6;gerlich gehend &#x2013; dennoch darauf brennen.</p><p>Wie Tolkiens Bilbo bin ich gespalten zwischen Aufregung und Wehmut. Die Sehnsucht nach dem Gewohnten ist besonders dann am st&#xE4;rksten wenn ich die Gemeinschaftsk&#xFC;che benutzen muss, um mir etwas f&#xFC;r mich alleine und in weitestgehender Isolation zu kochen, da die meisten Heimbewohner_innen noch nicht vor Ort sind; wenn ich gerade niemanden zum plaudern habe und den L&#xF6;skaffee hinunter w&#xFC;rge.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160214_091958.jpg" class="kg-image" alt loading="lazy" width="2000" height="1500" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160214_091958.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160214_091958.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160214_091958.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w2400/2021/02/IMG_20160214_091958.jpg 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><p>Das eher traurige Wetter in der Stadt hilft da ein wenig, auch wenn sich der Fr&#xFC;hling hier bereits ank&#xFC;ndigt. Es ist traurig nach drau&#xDF;en zu sehen. Es ist traurig still zu sein und (noch) nicht zu wissen wo ich anfangen soll mit dem Einleben und Bekanntschaften schlie&#xDF;en. Auch wenn ich Zeit h&#xE4;tte an den verschiedensten Dingen (z.B. Masterarbeit) zu arbeiten; mein Kopf und Herz lassen es nur in den wichtigsten F&#xE4;llen zu. So verharre ich teilweise dann traurig &#xFC;ber das Hier und Jetzt, unsicher was n&#xE4;chste Woche beim Start der Uni-Kurse passieren wird und betr&#xFC;bt &#xFC;ber all das was im Moment hinter mir liegt.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160214_163120.jpg" class="kg-image" alt loading="lazy" width="2000" height="1500" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160214_163120.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160214_163120.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160214_163120.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w2400/2021/02/IMG_20160214_163120.jpg 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><p>Doch dann gibt es aber noch die anderen Momente: &#xA0;Die Fremde, die dich einfach so in den Arm nimmt weil sie merkt, dass du dich gerade erst von deinen Liebsten verabschiedet hast und sie die erste Person ist, die in deine verweinten Augen blickt. Das Cham&#xE4;LEON, dass man auf der Stra&#xDF;e ins neue Zuhause bemerkt, nachdem man gerade zum ersten Mal alleine in der Stadt umher gegangen ist, um ein Gef&#xFC;hl f&#xFC;r eben diese zu bekommen.</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160214_163240.jpg" class="kg-image" alt="IMG_20160214_163240" loading="lazy" width="2000" height="933" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160214_163240.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160214_163240.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160214_163240.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160214_163240.jpg 2279w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><p>Oder der &quot;Morgestraich&quot; um 04:00 Montagmorgen, der die einzige evangelische Fasnacht weltweit in Basel startet. Dabei werden ALLE Lichter und Beleuchtungen in der verwinkelten Altstadt abgeschalten und die Zusehenden werden angehalten ganz leise zu sein, bevor der Startschuss f&#xE4;llt. In der ganzen Altstadt gehen dann mit Laternen auf dem Kopf - und kunstvollen W&#xE4;gen bei den gr&#xF6;&#xDF;eren Cliquen - die Basler Fasnachtsgruppen umher. Sie drehen die ganze Zeit musizierend ihre Runden, man kann dabei ihre satirischen Sujets bewundern. Morgen geht es dann weiter - da werden die W&#xE4;gen auf den zahlreichen Pl&#xE4;tzen der Altstadt ausgestellt, um genauer begutachtet zu werden.</p><figure class="kg-card kg-embed-card"><iframe width="267" height="200" src="https://www.youtube.com/embed/mYx7Y-0JPn8?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe></figure><p>Besonders aber beim Umherirren auf dem Nachhauseweg (weil ich an einem Platz gelandet bin, den ich weder kannte noch auf meinem Stadtplan finden konnte) sp&#xFC;rt man das Abenteuerliche, Ungewisse und Aufregende eines solchen Sprunges ins kalte Wasser. Nat&#xFC;rlich ist der ungewisse Weg nach Hause gut ausgegangen. Mein Gesp&#xFC;r hat mich richtig geleitet und trotz stockdunkler Gassen und enormer Menschenmassen, habe ich den Weg ins Heim sogar ohne gr&#xF6;&#xDF;ere Umwege (!) gefunden. So gehen die besten - wenn auch noch so kleinen - Abenteuer eben immer gut aus.</p><p><strong>Die leere Wand</strong></p><p>Nachdem alles in meinem neuen Zimmer eingerichtet - und einiges mehr hinzu besorgt worden war - fiel uns am Sonntag noch diese Wand &#xFC;ber meinem Bett auf: Nichts konnte ich dort aufh&#xE4;ngen. Obwohl ich Poster mitgenommen hatte, um mich bald mal wohl zu f&#xFC;hlen.</p><p>Dorthin passte einfach noch nichts. Eine generische Leinwand im XXL Format h&#xE4;tte ich kaufen k&#xF6;nnen, doch ich m&#xF6;chte diese Wand f&#xFC;r etwas anderes frei halten: Alle die mich besuchen kommen oder dies aufgrund von Zeit, Lebenswahnsinn oder Kosten nicht schaffen sollen etwas zur Versch&#xF6;nerung dieser Wand beitragen (Adresse auf Anfrage).</p><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/IMG_20160214_091902.jpg" class="kg-image" alt="IMG_20160214_091902" loading="lazy" width="2000" height="1500" srcset="https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w600/2021/02/IMG_20160214_091902.jpg 600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1000/2021/02/IMG_20160214_091902.jpg 1000w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w1600/2021/02/IMG_20160214_091902.jpg 1600w, https://tatjana.boczy.at/content/images/size/w2400/2021/02/IMG_20160214_091902.jpg 2400w" sizes="(min-width: 720px) 720px"></figure><p>Ich werde das meinige zur Versch&#xF6;nerung dieses wei&#xDF;en Flecks &#xA0;im Laufe meiner Zeit hier beitragen.</p><p>F&#xFC;r diesen Samstag habe ich bereits den w&#xF6;chentlichen Flohmarkt vor meiner Universit&#xE4;t ausgemacht. Mal schauen was ich da abstauben kann ...</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Why not at least the European flag?]]></title><description><![CDATA[<h3 id="a-critical-comment-">A critical comment.</h3><p>written for: <a href="http://www.nihiladdendum.com/?ref=tatjana.boczy.at">Nihil Addendum - Innsbruck Journal of Political Science and Sociology</a> (2015)</p><p>From a cynical point of view Hashtags like #PrayForParis and the Tricolour-Feature for profile pictures on Facebook seem like marketing strategies to profit from a momentary social media buzz. As well as other (news)</p>]]></description><link>https://tatjana.boczy.at/why-not-the-european-flag/</link><guid isPermaLink="false">60295d0aa920ac4f5637f2e9</guid><category><![CDATA[Archive]]></category><dc:creator><![CDATA[Tatjana Boczy]]></dc:creator><pubDate>Tue, 29 Dec 2015 17:32:00 GMT</pubDate><media:content url="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/EiffeltowerEuropeanflag.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<h3 id="a-critical-comment-">A critical comment.</h3><img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/EiffeltowerEuropeanflag.jpg" alt="Why not at least the European flag?"><p>written for: <a href="http://www.nihiladdendum.com/?ref=tatjana.boczy.at">Nihil Addendum - Innsbruck Journal of Political Science and Sociology</a> (2015)</p><p>From a cynical point of view Hashtags like #PrayForParis and the Tricolour-Feature for profile pictures on Facebook seem like marketing strategies to profit from a momentary social media buzz. As well as other (news) media cycles, the Web 2.0 deals in numbers of traffic, views, clicks and hits. So, from an unemotional &#x2013; maybe even heartless &#x2013; position these aspects of a tragedy seem like opportunities to indirectly cash in on grief. But for those posting, liking, sharing and changing their profile, it represents a statement of solidarity with victims, their families and the city of Paris in this case.</p><p>One critique often brought forward, is that especially the Tricolour-flag feature represents a nationalist narrative. A narrative that is one of the reasons that Europe, Middle East, Asia, indeed the whole World faces (civil) wars, terrorist attacks and international conflicts. On the one hand representing empathy and kinship towards somebody, on the other hand excluding others from that empathy. As the &#x201C;<em>World</em> mourns 129 dead in worst-ever Paris terror attacks&#x201D;<a><sup>1</sup></a> some pointed out, that attacks in Lebanon on 12<sup>th</sup> of November<a><sup>2</sup></a> went relatively unrecognised. (Which is now made up for, but strangely in relation to the Paris attacks<a><sup>3</sup></a>.)</p><p>The Beirut bombings and other aggressions, like the attacks in Ankara in October<a><sup>4</sup></a>, did not get the same attention from the <em>world</em>. There were no Facebook-features that could change your profile picture and Hashtags were not as heavily used around the <em>world</em>. While Ankara&apos;s tragedy was relatively well covered by news media, western populations could easily miss reports about the explosions in Beirut. Therefore, in this context, the <em>world</em> is limited to certain societies &#x2013; (Western) Europe, US, UK, Australia. Which is very concerning, as one and the same group claimed responsibility for the killings in Ankara, Beirut, Paris and many others. So, while this <em>world</em> has certain limits, it&apos;s issues go beyond those limits and borders.</p><p>Seeing the bigger picture and global relations of these incidents is vital to coordinate actions for a peaceful future. It might not seem relevant on first glance, but in order to understand broader connections and the need for cooperation, solidarity across borders is necessary. Solidarity helps us see other&apos;s problems, identify with their suffering and search for solutions together. It is the fundamental starting point for the search of sustainable socio-political solutions and the basis for not giving into blind hate and terror.</p><p>As the European Union is facing tremendous challanges (Schengen, Dublin 3, refugee treatments etc.) to its core principles today - part of which are threats from violent groups - and a World-flag is not at hand, I suggest that we at least ditch the Tricolour &#x2013; may it be representative of an old revolution &#x2013; and paint our profiles at least in blue and yellow stars, representative for the start of a new revolution of global understanding and worldwide companionship, that crosses political borders. Although the European flag broadens solidarity, it is still an excluding symbol - unfortunately we currently lack meaningful global symbols for all humans. Refugees, Europeans, Arabs and Peoples of the World would need a solidarity-stance and the global awareness that comes with it. Maybe a new substantial symbol that shows even broader solidarity and empathy can originate from these critiques.</p><p><a>1</a> <i>The Times of Israel</i> 14.November 2015, &#x201C;World mourns 129 dead in worst-ever Paris terror attacks&#x201D;. Available from: http://www.timesofisrael.com/hollande-accuses-islamic-state-of-act-of-war-declares-national-emergency-as-127-killed-in-paris-terror-bloodbath/. [15.11.2015]. Highlight by author.</p><p><a>2</a> Botelho, G. 2015, &#x201C;Beirut suicide bombings kill 43; suspect claims ISIS sent attackers&#x201D;, <i>CNN International</i> 13.November. Available from: <a href="http://edition.cnn.com/2015/11/12/middleeast/beirut-explosions/?ref=tatjana.boczy.at">http://edition.cnn.com/2015/11/12/middleeast/beirut-explosions/</a>. [15.11.2015].</p><p><a>3</a> Levine, J. 2015, &#x201C;A Day Before the Paris Attack, Suicide Bombers Killed 43 in Beirut&#x201D;, <i>Mic World</i>, 14.November. Available from: <a href="http://mic.com/articles/128551/terrorist-suicide-bombing-attack-on-beirut-lebanon-kills-43-and-injures-hundreds?ref=tatjana.boczy.at#.oI5GEd2TO">http://mic.com/articles/128551/terrorist-suicide-bombing-attack-on-beirut-lebanon-kills-43-and-injures-hundreds#.oI5GEd2TO</a>. [15.11.2015].</p><p><a>4</a> Girit, S. 2015, &#x201C;Ankara bombings: Turkish lives traumatised by twin attacks&#x201D;, <i>BBC News,</i> 17.October. Available from: <a href="http://www.bbc.com/news/world-europe-34536974?ref=tatjana.boczy.at">http://www.bbc.com/news/world-europe-34536974</a>. [15.11.2015]</p><p>Post&apos;s picture was taken at the start of France&apos;s EU presidency on June, 30<sup>th</sup> 2008. Source: <i>looking4poetry</i> on flickr. Available from: <a href="https://www.flickr.com/photos/looking4poetry/2626949379?ref=tatjana.boczy.at">https://www.flickr.com/photos/looking4poetry/2626949379</a>. [15.11.2015]</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Social Entrepreneurship - Capitalist Social Business or Pragmatic Win-Win?]]></title><description><![CDATA[<p>written for: <a href="http://www.nihiladdendum.com/?ref=tatjana.boczy.at">Nihil Addendum - Innsbruck Journal of Political Science and Sociology</a> (2015)</p><p>After hearing a talk from Kilian Kleinschmidt about refugee treatment and his work in the world&apos;s 3<sup>rd</sup> biggest refugee camp in Jordan, I couldn&apos;t help but wonder about the concepts of social</p>]]></description><link>https://tatjana.boczy.at/social-entrepreneurship/</link><guid isPermaLink="false">60297c711aa9bb04530b5514</guid><category><![CDATA[Archive]]></category><dc:creator><![CDATA[Tatjana Boczy]]></dc:creator><pubDate>Fri, 13 Nov 2015 23:00:00 GMT</pubDate><media:content url="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/Businessplanplakat.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://tatjana.boczy.at/content/images/2021/02/Businessplanplakat.jpg" alt="Social Entrepreneurship - Capitalist Social Business or Pragmatic Win-Win?"><p>written for: <a href="http://www.nihiladdendum.com/?ref=tatjana.boczy.at">Nihil Addendum - Innsbruck Journal of Political Science and Sociology</a> (2015)</p><p>After hearing a talk from Kilian Kleinschmidt about refugee treatment and his work in the world&apos;s 3<sup>rd</sup> biggest refugee camp in Jordan, I couldn&apos;t help but wonder about the concepts of social entrepreneurship. In talking about his work as &#x201C;the mayor of Zaatari&#x201D;<a><sup>1</sup></a>, he described how the UN treated refugees as victims, who had to be feed (2100 kcal a day), a right to water access, sanitation and 4,5 m<sup>2</sup> of space. All of these the UN provided for the inhabitants of Zaatari, everything a human being needs, it seems. But the &#x201C;victims&#x201D; revolted, had nasty fights with the staff, police and each other. They opened illegal shops, stole equipment and built by themselves in-house sanitation and kitchens, taped the electrical supply, moved and rebuilt their tents and so on. Based on his experiences Kleinschmidt&apos;s message was, that refugees claim to be seen as individuals who are able to build a new life for themselves instead of being treated like a homogenous mass of victims. Thus, defining on paper what a human being needs to survive and the attempt to systematize the refugees lives could be regarded as a strategy from those outside of the camp: in order to keep an eye on the refugees more easily.</p><p>This view from above tries to arrange the camps and refugee handling neat and manageable from the outside. In an analogy it can be described as the bee-keeper&apos;s need for organising the bee hive, so that s_he can extract honey &#x2013; the bee&apos;s needs are secondary to this venture<a><sup>2</sup></a>. Inhabitants of Zaatari revolted against the neat order provided by UN, NGOs and political actors. He continued that we have to see refugees foremost as individual people who want to provide for their own lives. We need to understand, he argued, that what we can do is providing them the possibilities to recreate a normal life. This should be a life that is build on work and integration (into a new society). Right now, the German government is changing &#x2013; at least to some extent - its perspective on migration and refugees with possible changes in laws, integration and education programs, underpinned by an understanding that refugees can be seen as already needed work-force<a><sup>3</sup></a>. Although there is much political discussion and by far no consent on how to handle the refugee crisis in Germany &#x2013; with special focus on border control &#x2013; the idea that these refugees are much-needed workers for the national labour market is not questioned as much by (political) elites. The new attitude is that people who got asylum status are being integrated into the German economy and trained in order to benefit the economic market. Kleinschmidt stressed that on this course a win-win should be possible for the country&apos;s economy, the state&apos;s taxation and welfare system and refugees who want to build a new living away from life-threatening situation.</p><p>Aside from changes in the political field, seeing refugees as people with private interests, an argument for civilian involvement can be put forward for example <i>Social Entrepreneurship.</i> Some of my colleagues at this talk were enthusiastic about this idea. So was I. However some critical considerations stopped my initial call for immediate action and launching an initiative right away. It wasn&apos;t the thought that a state actor should provide the basic means for refugees that made me consider social entrepreneurship less favourably. On second thought the whole concept of social entrepreneurship started to look flawed. If you are a social entrepreneurship your goal is to change something in the world, some injustice or social problem that bothers you &#x2013; for money. On a small scale that means that your time, other resources and maybe the employees, you need to get things done, will be paid by a classical capitalist exchange model. The product produced will be paid with money from the consumer&apos;s income. Although most social entrepreneurship businesses get some funding from other sources, they will try to achieve that kind of exchange. So you will model a business based on a social problem you are passionate about.</p><p>The first problems I see with Social Entrepreneurship are the lines between solving an issue or living off of it. Not just Kilian Kleinschmidt, but many others are pointing to the growingly public issue of Help organizations that <i>need</i> human or animal misery in order to survive as an organization. Along with that, comes an ever growing professionalism in these organizations that might even hinder direct and quick help or solving problems, which usually is the initial intention behind a Social Entrepreneurship model. Inflexibility, and a huge bureaucratic organizational apparatus is evidence to this as it restricts not only direct help but also regulates every action and contact on-site from above<a><sup>4</sup></a>.</p><p>Other issues lay in the core of the concept: Making money. Once any business model is successful and gets attention for that, others might try to copy it. Most of the time, companies, that have more resources, will be able to sell or offer the same product for a cheaper price or more convenient. Nothing different is happening to social entrepreneurship businesses. In the case of the &#x201C;Micro credits&#x201D; or a &#x201C;Laptop per child&#x201D; initiatives, bigger companies are taking over the business or change its initial plans<a><sup>5</sup></a>. Small social entrepreneurship models thereby become some sort of scouts for new markets and niches. Often even creating new products, that later on can be sold primarily to make profits instead of tackling a social issue. Although bigger companies are marketing taking over such a small social business as beneficial to the consumers (by that point people using the product will be viewed as nothing more), the problem with becoming a model for profit instead of solving social problems becomes evident: Solving something becomes secondary to either making money or image improvement. So decisions about the business, the product, labour and so on will be based foremost on these principals and not about answering a social issue.</p><p>Looking at the thousands of refugees currently seeking a better life in Europe, one social entrepreneurship business model might be to give these people work in your factory or shop, so that they can provide for themselves. Not only would this help to start a new live in a new society for them, but it could also help your business if you act like a clever entrepreneur. But is this really a win-win for all? Would you expect your refugee-employees to be extra grateful because you gave them a job? Maybe you would expect them to pay you more respect, invite you to dinner, do you a small favour or get paid less when times are though. After all, you where the one helping them. When is social entrepreneurship still about helping people and not exploiting them?</p><p>However, not all social business models try to give work to refugees or get caught up in money-making, but it highlights the big problem: Social Engineering models are still businesses. This means that they want or need to make money, at least in order to pay for resources. In a way Social Entrepreneurship businesses might be trying to make a difference, but they could end up creating new social problems.</p><p>With all these issues I pointed out, (social) problem-solving could become a secondary venture and economic considerations a primary goal for social entrepreneurship. Still, it doesn&apos;t mean that social entrepreneurship or civic involvement are to be avoided. It just means that we have to question our/these initiatives and to critically look at the consequences of our/their (business) actions. What is written bigger in our/their model: SOCIAL or ENTREPRENEURSHIP?</p><p><a>1</a> W&#xFC;rger, Takis (2013): Chaos and Crime: The Trials of Running a Syrian Refugee Camp. Der Spiegel. Available under <a href="http://www.spiegel.de/international/world/kilian-kleinschmidt-profile-running-a-syrian-refugee-camp-a-908146.html?ref=tatjana.boczy.at">http://www.spiegel.de/international/world/kilian-kleinschmidt-profile-running-a-syrian-refugee-camp-a-908146.html</a>. [16.10.2015]</p><p><a>2</a> Scott, James C. (1998): Seeing like a state. How certain schemes to improve the human condition have failed. New Haven: Yale University Press (The Yale ISPS series).</p><p><a>3</a> Jones, Claire (2015): Refugees may ease Germany&apos;s problem of a shrinking workforce. Financial Times. Available under <a href="http://www.ft.com/cms/s/2/bfd6adfe-47e8-11e5-af2f-4d6e0e5eda22.html?ref=tatjana.boczy.at">http://www.ft.com/cms/s/2/bfd6adfe-47e8-11e5-af2f-4d6e0e5eda22.html</a>. [16.10.2015] Denkler, Thorsten (2015): Germany&apos;s Refugee Crisis and the remaking of Angela Merkel. S&#xFC;ddeutsche Zeitung International. Available under <a href="http://international.sueddeutsche.de/post/131092746340/germanys-refugee-crisis-and-the-remaking-of?ref=tatjana.boczy.at">http://international.sueddeutsche.de/post/131092746340/germanys-refugee-crisis-and-the-remaking-of</a>. [16.10.2015]</p><p><a>4</a> Ebrahim, Alnoor (2003): Accountability In Practice. Mechanisms for NGOs. In: <i>World Development</i> 31 (5), 813-829. Easterly, William (2002): The cartel of good intentions. The problem of bureaucracy in foreign aid. In: <i>The Journal of Policy Reform </i>5 (4), 223&#x2013;250.</p><p><a>5</a> Nosowitz, Dan (2013): Has One Laptop Per Child totally lost its way? Popular Science Online. Available under <a href="http://www.popsci.com/gadgets/article/2013-07/one-laptop-childs-de-evolution?ref=tatjana.boczy.at">http://www.popsci.com/gadgets/article/2013-07/one-laptop-childs-de-evolution</a>. [27.10.2015] Velazco, Chris (2014): Google buys design firm behind OLPC and Slingbox. Endgadget Online. Available under <a href="http://www.engadget.com/2014/08/22/google-buys-gecko-design/?ref=tatjana.boczy.at">http://www.engadget.com/2014/08/22/google-buys-gecko-design/</a>. [30.10.2015]Karnani, Aneel (2007): Microfinance Misses Its Mark. Stanford Social Innovation Review Online. Available under <a href="http://ssir.org/articles/entry/microfinance_misses_its_mark?id=180400002&amp;ref=tatjana.boczy.at">http://ssir.org/articles/entry/microfinance_misses_its_mark?id=180400002</a>. [15.10.2015} Igiebor, Henry (2015): Reviving the Debate on Micro Finance as a Poverty Reduction and Development Policy Instrument: Edo State Micro Credit Scheme Revisited. In: <i>Developing Country Studies</i> Vol. 5 (8), 37-45.</p><p>Picture source: Tatjana Boczy, Innsbruck 09/2015</p>]]></content:encoded></item></channel></rss>